Events für Schüler - Sprechtherapie

Einführung

Von der Parkinson-Krankheit, einer der häufigsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems, sind allein in Deutschland ca. 250.000 Menschen betroffen. Die durch die Krankheit auftretenden motorischen Symptome können in den meisten Fällen gut durch Medikation und Therapie behandelt werden. In 90% der Fälle entwickeln die Betroffenen im Verlauf der Krankheit jedoch auch Sprechstörungen. Diese sind individuell unterschiedlich und es können z.B. zu leises und monotones Sprechen, unklare/nuschelnde Artikulation, verstärkte Atemgeräusche oder auch zu langsames oder zu schnelles Sprechen auftreten. Dadurch kann es dazu kommen, dass Parkinson-Patienten nur noch sehr schwer mit ihrer Umwelt kommunizieren können, was im schlimmsten Fall zur Isolation von Freunden und Familie führen kann.

Diese Symptome sind leider nicht durch Medikamente zu behandeln, sondern lassen sich alleine durch eine Sprechtherapie behandeln, indem die Patienten wieder ein neues Gefühl für ihre Stimme bekommen müssen. Ziel der Therapie ist es durch verschiedene Sprechübungen wieder eine klare und angemessen laute Aussprache zu erreichen. Dies ist jedoch ein Prozess über eine längere Zeit, in der der Patient kontinuierlich Übungen absolvieren muss.

Technische Details

Um die Therapie der Patienten zu verbessern und Sie wieder in ihrem Alltag für Andere verständlich sprechen zu lassen, werden 2 Ansätze verfolgt.

Der erste Ansatz ist die Unterstützung der Therapie selbst. Dazu werden verschiedene Hausaufgaben entwickelt, die der Person z.B. auf einem Tablet mit nach Hause gegeben werden können. Ein Beispiel ist rechts zu sehen, dabei ist das gezeigte Puzzle zu lösen, indem die angezeigten Vokale gehalten werden müssen, um die entsprechenden Teile zu bewegen. Hierbei muss der jeweilige Vokal für eine bestimmte Zeit und über einem bestimmten Lautstärkepegel gehalten werden.

 

Der zweite Ansatz zielt darauf ab Patienten in ihrem Alltag zu unterstützen. Hier ist die Idee den Parkinson-Patienten eine Hilfestellung in ihrem Alltag zu geben, indem ihre Sprache analysiert wird, während sie sich z.B. gerade mit Freunden unterhalten. Dies könnte umgesetzt werden, indem der Patient ein Hörgerät trägt, welches mit einem Handy gekoppelt ist. Die Sprachdaten könnten dann vom Hörgerät an das Handy übertragen werden und auf dem Handy kann analysiert werden, ob die Sprache des Patienten verständlich ist. Ist dies nicht der Fall, könnte von dem Handy ebenso eine Rückmeldung über das Hörgerät zurück an den Patienten gegeben werden.

Contact

Prof. Dr.-Ing. Gerhard Schmidt

E-Mail: gus@tf.uni-kiel.de

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Faculty of Engineering
Institute for Electrical Engineering and Information Engineering
Digital Signal Processing and System Theory

Kaiserstr. 2
24143 Kiel, Germany

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